Waldbrände in Spanien und Frankreich: Wie funktioniert der EU-Katastrophenschutz?

Der EU-Katastrophenschutz-Mechanismus steht seit 2001 für Hilfe und Unterstützung in Notfällen vieler Art – in der EU und außerhalb – bereit. 37 Länder arbeiten dabei zusammen. Das sind die 27 EU-Staaten und 10 weitere Teilnehmerstaaten wie u.a. Norwegen, Island und die Türkei. Kommissionssprecherin Anna-Kaisa Itkonen.

Feuerwehrpumpe mit mehreren Schläuchen

„Beim EU-Katastrophenschutzverfahren und rescEU muss das Mitgliedsland um Hilfe bitten, und wir nutzen unseren Pool an Ressourcen, um Hilfe zu schicken.“

rescEU ist die strategische Reserve der EU, wenn die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen, um etwa einer Naturkatastrophe zu begegnen. Über rescEU stehen u.a. Löschflugzeuge, medizinische Vorräte, Einsatzkräfte und logistische Unterstützung bereit. Auch in Spanien und Frankreich unterstützt die EU aktuell bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände. Beide Länder hatten Ende vergangener Woche zum wiederholten Mal in diesem Jahr den EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert.

„Die Verantwortung bei der Bekämpfung der Waldbrände liegt bei den nationalen Behörden. Wir stehen in sehr engem Kontaktakt, und für jegliche Hilfe müssen wir erst angefragt werden und treten dann in Aktion.“

Das EU-Zentrum für Notfallmaßnahmen steht außerdem bereit, um die Einsätze mit den Mitgliedstaaten, die Unterstützung brauchen, zu koordinieren. Hilfe kommt auch aus dem Weltall. Der Copernicus-Satellitendienst gilt als das Auge der EU auf die Erde. Über Copernicus stehen zum Beispiel Karten zur Verfügung, die die Einsatzkräfte vor Ort bei ihrer Arbeit unterstützen.