Wenn Vögel gegen Lärm anzwitschern

In Europa leben drei von vier Menschen in Städten und städtischen Gebieten. Das bringt auch ganz besondere Herausforderungen für die Gesundheit mit sich: Es ist laut. Und Lärm kann krank machen. Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Lärmbelastung bis 2030 um 30 Prozent zu senken – im Vergleich zu 2017. Doch u.a die Europäische Umweltagentur sagt: ohne drastische Maßnahmen ist das Ziel nicht mehr zu erreichen. Die Euranet -Kollegen von Radio Agora in Österreich haben mit dem Lärmexperten Roman Ortner gesprochen.

VögelUE / Lukasz Kobus

Vögel

„Da kann man ganz klar dazu sagen, dieses Ziel von weniger als 30% bis 2030, das ist realistisch nicht erreichbar. Gerade auch in den Ballungsräumen ist durch Bevölkerungswachstum und die Verdichtung eigentlich mit einer Zunahme der betroffenen Zahlen zu rechnen, wenn man keine Maßnahmen ergreift. Und viele sehen es schon als Erfolg, wenn zumindest die betroffenen Zahlen nicht steigen.“

Doch Lärm ist nicht nur für Menschen anstrengend. Von zu viel Licht in den Städten weiß man, dass es Vögel auf ihren Flugrouten abbringt. Zu viel Lärm versuchen Vögel mit mehr Lautstärke wettzumachen.

„Man hat zum Beispiel bei Vögeln festgestellt, dass sie ihren Gesang anpassen, jetzt von der Lautstärke, von der Frequenz oder auch von der Tageszeit, um quasi mit dem menschengemachten Lärm mitzukommen. Lauter zu singen, bedeutet aber auch einen höheren Energieverbrauch für das Tier. Das heißt, diese Tiere werden auf jeden Fall auch von einem ruhigen Gebiet profitieren.“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in Lärm und Umweltverschmutzung die beiden Hauptgefahren für unsere Gesundheit. Denn dauerhafte Lärmbelastung kann zu Stress führen. Und das kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und Stoffwechselstörungen massiv erhöhen.