Kauf europäisch, Made in Europe und jetzt EU Inc. Die EU-Kommission hat den Vorschlag für EU incorporated gemacht, um auf dem Binnenmarkt Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Denn noch gilt: 27 Mitgliedstaaten und 27-mal eigene Vorschriften.
„Heute wird mit einem Fingerzeig Kapital bewegt, Daten reisen in Sekunden um den Globus und doch kann es in der EU Wochen oder Monate dauern, ein Unternehmen zu gründen oder Geschäfte mit einem anderen Unternehmen innerhalb des Binnenmarktes zu machen.“
Mit dem Vorschlag der EU-Kommission zu EU Inc. soll sich das ändern, sagt Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen. Dieser freiwillige, digitale europäische Rahmen soll Unternehmen in der EU die Gründung, EU-weite Tätigkeit und Expansion erleichtern und sie letztlich dazu bewegen, in Europa zu bleiben – oder nach Europa zurückzukehren.

„Hürden innerhalb Europas tun uns mehr weh als Tarife von außerhalb. Innerhalb unserer Union sind Unternehmer, die expandieren wollen, die ersten Opfer fragmentierter Regularien. Statt eines Marktes sehen sie sich 27 verschiedenen Rechtssystemen gegenüber, und mehr als 60 Unternehmensformen. Die Folgen sind real. Zeit und Geld, die für den Papierkrieg verwendet werden, fehlen beim Schaffen und bei Innovationen.“
Die EU-Kommission orientiert sich mit ihrem Vorschlag zur deutlichen Vereinfachung am Draghi-Report. Der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi hatte u.a. Vorschläge gemacht, um die EU wettbewerbsfähiger zu machen. Eine Vereinfachung der Regularien und eine Harmonisierung der Regelwerke im 28. Regime sollen 27 nationale Regime ersetzen, so Unternehmer diese Variante wählen.
„EU Inc. schafft ein europäisches Regelwerk. Ein einzelner Satz einfacher Regeln, der im gesamten Binnenmarkt mit 450 Millionen Verbrauchern gilt. Es wird drastisch vereinfacht, ein Geschäft in Europa zu starten und zu wachsen. Jeder Unternehmer kann innerhalb von 48 Stunden von überall in der EU ein Unternehmen gründen- voll digital. Für weniger als 100 Euro und ohne Mindest-Aktienkapital.“