Brok: Nur Zusammenarbeit bringt Entlastung

In der Flüchtlingskrise werden die kritischen Stimmen lauter. Zwischen Österreich und Bayern herrscht frostige Stimmung: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer übt scharfe Kritik am Nachbarland. In Richtung Kanzlerin Angela schickt er via Interview Quasi-Drohungen, an der Grenze für Ordnung zu sorgen, sonst… In Straßburg hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heute ganz deutlich Worte an die Abgeordneten geschickt, dass den schönen Worten von Hilfszusagen endlich auch die Taten folgen müssen. Holger Winkelmann vom europäischen Radionetzwerk Euranet Plus hat sich heute anschließend mit dem CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok unterhalten.

Bildausschnitt mehrerer EU-Flaggen, die an Fahnenmästen wehen, im Hintergund ein Gebäude der EU-Kommission in Brüssel.

Herr Brok, Jean-Claude Juncker hat gerade im Parlament gesagt, in der Flüchtlingskrise gibt die EU gerade ein schlechtes Bild ab. Würde sie da in dem Fällen, die er bemängelt hat, folgen?

 

„Ja, er hat mehr gesagt, die Mitgliedstaaten geben ein schlechtes Bild ab, weil sie nicht die versprochenen Zahlungen machen. Die entsprechenden Projekte nicht ausreichend schnell voranbringen. Deshalb ist es ein wichtiger Appell, auf das auf man sich jetzt geeinigt hat. In dieser Notsituation geht es auch darum, dass es schnell umgesetzt wird. Die Umsetzung liegt in weiten Bereichen bei den Mitgliedstaaten und ich hoffe, dass nach dem Balkangipfel diese Dinge jetzt ganz schnell gemacht werden.“

 

Wie kann man da Druck ausüben?

 

„Ich glaube, die Ereignisse selbst sprechen dafür, dass man es macht. Denn inzwischen muss jedes Land erkennen, dass es nicht entfleuchen kann, sondern jeder Opfer dieser Entwicklung wird, wenn wir hier nicht kooperieren. Dass nur eine Zusammenarbeit für ALLE Entlastung bringt und ein geregeltes Verfahren bringt. Und ich hoffe dass da in anderen nationalen Hauptstädten inzwischen das Verständnis dafür wächst – aus eigenem Interesse heraus.“

 

Herr Brok, ich danke ihnen.